Gründung AG Drogenpolitik Hamburg

Hamburg war viele Jahre Vorreiter der drogenpolitischen Diskussion in Deutschland.

Rainer Schmidt bringt es in diesem Absatz eines Textes für die Stadtteilzeitung des Einwohnervereins St. Georg  „Der lachende Drache“ auf den Punkt.

…Erinnern wir uns an die Anfänge der neunziger Jahre in St. Georg. Unter dem Motto „Was gut ist für die Junkies, ist auch gut für den Stadtteil“ und „Ganz St. Georg ist ein Fixerraum – gebt ihnen wenigstens ein Dach über dem Kopf“  wurden der Politik von Einwohnerverein, Bürgerverein, evangelischer Kirchengemeinde, Bürgerinitiativen und sozialen Einrichtungen die ersten Fixerräume abgetrotzt. Parallel wurde die Substitution als Therapieform für Heroinkonsumenten propagiert und erfolgreich etabliert. Und es wurde öffentlich über eine flächendeckende, medizinisch begleitete Heroinvergabe und  die Legalisierung diskutiert. Gewinner dieser Zeit waren Drogenkonsumenten und die Einwohner der Szene-Stadtteile wie eben St. Georg. Drogenkonsumenten wurden mit anderen Augen gesehen, die mit der Drogenszene einhergehende Hektik beruhigte sich. Ein Probelauf mit einer „Heroinambulanz“ zeichnete gleiche Erfolge wie die Substitution mit Methadon. Die beachtlichen Erfolge dieser akzeptierenden Drogenpolitik waren möglich, weil das Scheitern der Verbotspolitik für alle auf der Straße sichtbar war und offen diskutiert wurde… Weiterlesen